Mittwoch, August 24, 2016

(Rezension) Sarah Crossan "Breathe - Gefangen unter Glas"

432 Seiten | Breathe #1 | "Breathe" (Original) | Dystopie | 01.01.2015 | dtv Verlag |  9,95€ | Hier kaufen

Inhalt

Atme, solange du noch kannst Eine Welt ohne Sauerstoff. Alles scheint tot. Unter einer Glaskuppel gibt es nur wenige Überlebende: Alina, hat sich schon vor Langem den Rebellen angeschlossen, die gegen die Allmacht von ›Breathe‹ kämpfen, und wurde nie gefasst. Bis jetzt ... Quinn, will als Sohn eines ranghohen ›Breathe‹-Direktors eigentlich nur einen harmlosen Ausflug ins Ödland machen. Bis er dort auf Alina trifft. Bea, Tochter eines Bürgers zweiter Klasse, wollte den Trip raus aus der Kuppel nutzen, um Quinn endlich für sich zu gewinnen. Doch dann taucht Alina auf ... Die Begegnung mit Alina verändert für Bea und Quinn alles. Unversehens werden sie zu Gejagten ...

Erster Satz

Atmen ist ein Grundrecht, kein Privileg.

Meine Meinung

Die Welt hat keinen Sauerstoff mehr, Leben außerhalb der Kuppel ist seit dem Switch ohne Sauerstofffalschen unmöglich. Die Menschheit hat sich auf einen Bruchteil reduziert, von denen fast alle unter der Kuppel leben. Die Menschen sind in verschiedene Schichten unterteilt, es gibt die Premiums und dann alles darunter. Die Premiums müssen sich keine Sorgen um Geld, Sauerstoff, Macht oder Einfluss haben, alles gibt es für sie im Überfluss. In den restlichen Gebieten der Stadt müssen die Bewohner jeden Schritt vorher überdenken, um den Sauerstoff nicht zu verbrauchen. Wo damals der Strom abgeschaltet wurde, wenn man nicht zahlt, ist es jetzt der Sauerstoff.
Alina gehört zu den Rebellen und befindet sich in Gefahr, weswegen sie aus der Kuppel fliehen muss. Da sie das ohne erkannt zu werden nicht alleine schafft, wendet sie sich an Quinn, den sie zufällig vor dem Ausgang der Kuppel trifft. Eigentlich wollte er mit Bea einen Camping Urlaub außerhalb der Kuppel machen, doch als Alina vor ihm steht und um Hilfe bettelt, kann er nicht nein sagen. So reisen die drei zu dritt aus und eigentlich will Alina gleich allein weiter ziehen, doch Quinn lässt nicht locker und folgt ihr, was alle drei in Gefahr bringt.

Aber wie konnte man so blöd sein zu glauben, dass die Ozeane den Sauerstoffbedarf des gesamten Planeten decken könnten? Und wie konnte man sich so wenig darum scheren, mit welchen Methoden die Nahrung produziert wurde?
- Seite 111 

Alina gehört wie gesagt zu den Rebellen. Sie weiß von den Machenschaften von "Breathe" und verfolgt den Plan, außerhalb der Kuppel Pflanzen zu pflanzen, um das Leben dort wieder zu ermöglichen. Sie nimmt keinen Blatt vor den Mund und selbst wenn sie Angst hätte, merkt man ihr es keinesfalls an.
Quinn ist ein Premium, lebt also im Luxus und muss sich über nichts Gedanken machen. Da sein Vater eine hohe Position bei "Breathe" hat, muss er sich nicht einmal um einen Job Sorgen machen. Er hat nie etwas hinterfragt und glaubt alles, was die Regierung im vorsagt, aber obwohl er ein Premium ist, ist er kein "Premium-Schnösel".
Bea ist in Mädchen aus dem 3. Sektor und dementsprechend Tochter eines armen Pärchens. Sie kann sehr selbstbewusst sein, ist in Alinas Gegenwart jedoch eher verunsichert. Sie ist sehr naiv und einfach ... zu gut.
Ich bin mit allen drei Protagonisten sehr schnell, sehr gut klar gekommen. Alina jedoch hat mich am meisten angesprochen. Sie ist einfach nicht so verblendet, was mir sehr gut gefallen hat.

Aber so ist es immer. Wir denken immer, wir hätten Zeit. Haben wir aber nicht.
- Seite 112 

Der Roman ist in der Ich-Form verfasst worden und wechselt mit den Kapiteln in die Perspektiven von Alina, Bea oder Quinn. Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich sehr gut lesen. Ich muss allerdings zugeben, dasss ich anfangs sehr verwirrt von den 3 Perspektiven war. Gut, ich kenne auch Bücher mit mehr Perspektivwechseln, aber in den ersten 4, 5 Kapiteln musste ich mich schon ziemlich sortieren. Am besten hat mir die Sicht aus Alinas Perspektiv gefalen, was vermutlich damit zustun hat, dass sie mir auch als Charakter am sympathischsten ist. Ich hätte gerne mehr aus ihrer Sicht gelesen, aber so war es in einem gerechten Wechsel.

"Manche Leute sind dazu bestimmt, uns das Herz zu brechen"
- Seite 267 

Die Umsetzung der Handlung ist viel tiefgehender, als ich erwartet hatte. Der Klappentext auf meiner Ausgabe ist noch ein wenig kürzer als der oben kopierte von Amazon, weswegen ich weniger Informationen zum Inhalt hatte und dadurch weniger erwartet habe.
Insgesamt war es einfach spannender und aufregender, als vermutet, da mein Klappentext nicht darauf schließen lässt, dass die drei die Kuppel verlassen und schon das allein für Spannung sorgt.
Die Moral hinter dem ganzen ist ziemlich tiefgehend. Sieht unsere Zukunft möglicherweise auch so aus? Ist Sauerstoff für uns einfach zu selbstverständlich? An einer Stelle im Buch wird erwähnt, dass die Menschen vor der Zeit der Kuppel einfach alle Wälder abgeholzt haben, für Nahrung für die wachsende Bevölkerung, und sich nicht darum gekümmert haben, dass die Wälder wichtig für die Sauerstoffproduktion sind. Das hat mich ziemlich an die Urwaldabholzung erinnert und in dem Moment ziemlich zum Nachdenken angeregt.

Das Ende war ganz okay, aber ich hatte mir den Showdown etwas größer vorgestellt, so wie alles angekündigt und geplant wurde.

Um den nachfolgenden Text lesen zu können, fahre mit der Maus über diesen Satz, damit der folgende Spoiler sichtbar wird.*
Die ganze Liebesgeschichte habe ich als äußerst unnötig empfunden. Mir persönlich war von Anfang an klar, dass Bea und Quinn noch zusammen kommen, da Alina keineswegs so wirkte, als wolle sie etwas von Quinn und Bea einfach zu lieb war, um sie enttäuschen zu können. Aus dem Grund bin ich mir auch relativ unsicher, was die Figur Bea angeht, was ihre Rolle in dem Buch spielt. Bis auf das letzte Ende, wo sie auch fliehen muss, habe ich ihren Charakter als so gut wie überflüssig empfunden. Und die Liebesgeschichte finde ich noch immer sehr unnötig, es hätte auch ohne sehr sehr gut geklappt. Das gleiche denke ich auch über Maude. Okay, zum Schluss hat sie geholfen, um die Truppe für den Krieg zusammenzustellen, aber das restliche Buch über fand ich sie einfach nur nervig.

Fazit

Ein wunderbarer Auftakt der Reihe, der mir viel besser gefallen hat, als ich vermutete. Es ist doch en wenig anders, als ich dachte, aber viel besser. Viel besser, aufregender und spannender. Es gibt ein zwei Kleinigkeiten, an denen ich meckern kann, aber im Großen und Ganzen hat es mir sehr gut gefallen und ich freue mich auf den zweiten Teil.

Idee: 1/2  Handlung: 2/2  Charaktere: 2/2  Schreibstil: 2/2  Umsetzung: 1/2




* Ich bin mir nicht sicher, ob das verständlich ist, wie ich das meine und ich hoffe auch, dass es klappt. Aber ich habe einen Code verwendet, der Textteile verschwinden lässt und erst wieder auftauchen, wenn man mit der Maus drüber fährt. Wenn du es nicht verstehst, kannst du mich ruhig anschreiben und ich werde mir für nächstes Mal eine bessere Lösung bei Spoilern einfallen lassen. Wenn du diese Lösung gut findest, sag mir auch gerne Bescheid!


7 Kommentare:

  1. Hey Lara,

    mir ging es ähnlich. Habe wenig erwartet und wurde positiv überrascht. Aber irgendwie bin ich immer noch nicht dazu gekommen Band 2 zu lesen.

    LG Sandra

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    1. Mh, ich muss ihn mir auch erst einmal besorgen :)

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  2. Hi Lara,

    ich weiß noch, dass mich der erste Band damals nicht so überzeugt hat. Daher habe ich damals auch nicht weitergelesen. Aber schön, dass er dir gefallen hat!

    Liebe Grüße
    Desiree

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    1. Oh schade, mir hat es ja ganz gut gefallen, hoffentlich gefällt mir auch der zweite. :)

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  3. Hallo Lara! :)
    Tolle Rezi! Habe Band 1 & 2 seit kurzem in meinem Regal stehen und bin sehr gespannt, wie mir die Geschichte gefallen wird. Ich liebe ja solche Dystopien! c:

    Liebste Grüße,
    Vanessa ♥

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    1. Dann wird dir das sicherlich auch gefallen :) Ich muss mir unbedingt Teil 2 holen :D

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  4. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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