Dienstag, Juni 07, 2016

(Rezension) Jennifer L. Armentrout "Obsidian - Schattendunkel"

Autor: Jennifer L. Armentrout | Seitenanzahl: 400 Seiten | Reihe: Obsidian #1 | Sprache: Deutsch | Originaltitel: "Obsidian" | Genre: Fantasy | Veröffentlichung: 25.04.2014 | Verlag: Carlsen | Preis Taschenbuch: 12,99€ | Preis gebundene Ausgabe: 18,99€| Preis E-Book: 11,99€           Hier kaufen

Als die siebzehnjährige Katy vom sonnigen Florida ins graue West Virginia ziehen muss, ist sie alles andere als begeistert. In ihrem winzigen neuen Wohnort kommt sie in den ersten Tagen nicht einmal ins Internet, was für die leidenschaftliche Buchbloggerin eine Katastrophe ist. Nur mit Mühe lässt sie sich dazu überreden, bei ihren Nachbarn zu klingeln, um "neue Freunde" zu finden. Und lernt so den atemberaubend gut aussehenden, aber bodenlos unfreundlichen Daemon Black kennen. Was Katy jedoch nicht weiß, ist, dass genau der Junge, dem sie von nun an am meisten aus dem Weg zu gehen versucht, ihr Schicksal bereits verändert hat…

Ich blickte auf den Stapel Kartons in meinem neuen Zimmer und wünschte mir, das Internet würde schon funktionieren.
Katy ist mit ihrer Mutter in einen kleinen Ort umgezogen, um einen Neuanfang zu starten. Ihre Mutter überredet sie, sich mit den Nachbarn anzufreunden, zwei Geschwister, die ungefähr so alt sind wie sie. Ohne große Lust klingelt sie also nebenan um nach dem Weg zum nächsten Supermarkt zu fragen und wird gleich von Daemon beleidigt. Seine Zwillingsschwester, Dee, hingegen scheint richtig angetan von Katy zu sein und will sich unbedingt mit ihr anfreunden. Aus unerklärlichen Gründen beginnt Daemon seitdem erst recht, Katy das Leben zur Hölle zu machen. Ständig taucht er auf und sagt ihr, sie solle sich von ihnen fern halten, sie sei anders und nicht gut genug. Außerdem wären da auch die komischen Blicke, die ihr immer wieder fremde Menschen zuwerfen und Katy weiß einfach nicht, warum.

Katy liebt Bücher und ist Buchbloggerin, die am liebsten zu Hause am Laptop ist oder im Beet gärtnert. Ihr Vater lebt nicht mehr und ihre Mutter lässt sie häufig allein, um ihren Schichten im Krankenhaus nachzugehen.
Eigentlich war mir Katy gleich sympathisch, immerhin liebt sie Bücher und bloggt darüber, also ist sie irgendwie wie ich. Aber ich kann sie einfach nicht einschätzen. Einerseits sagt sie, sie habe in ihrer alten Schule nie zu den Braven gehört, andererseits sagt sie über sich selbst, eine Stubenhockerin zu sein. Sie verhält sich einerseits zurückgezogen und so, als interessiere sie sich nicht sonderlich für andere Menschen, andererseits ist sie total selbstbewusst und weiß sich gegenüber blöden Sprüchen zu behaupten. Es gibt so viele Widersprüche in ihr, weswegen ich nicht weiß, ob ich sie mögen soll.
Dee ist ein aufgewecktes Mädchen, das den ganzen Tag reden kann. Sie erinnert mich irgendwie an Alice Cullen aus der Biss-Reihe, keine Ahnung, wo der Vergleich jetzt her kam. Allerdings frage ich mich, warum sie sich so an Katy hängt. Okay klar, sie ist die neue Nachbarin und ich würde auch versuchen, mich mit ihr anzufreunden, aber die Art und Weise wie Dee das macht, ist irgendwie schon gruselig.
Dameon ist ein durch und durch unsympathischer Typ mit sehr nervigen Stimmungsschwankungen. Ich mag ihn einfach nicht, er ist super nervig und aufdringlich und ich weiß nicht, warum Katys Mutter das nicht sieht.

Der Roman ist in der Ich-Form aus Katys Sicht verfasst und dass ich den Schreibstil von Jennifer L. Armentrout liebe, habe ich ja bereits zuvor erwähnt.

Die Umsetzung der Handlung finde ich leider nur mittelmäßig gelungen. Ich schätze, ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass Dee und Daemon keine Menschen sind. Allerdings bin ich der Meinung, dass es einfach zu lange gedauert hat, bis Katy erfährt, was genau die beiden sind. Gut, sie posaunen es nicht immer heraus und kein Mensch weiß von ihnen, aber es wurde langsam langweilig. Es wurde langweilig immer mehr Hinweise zu finden, die eigentlich schon eindeutig darauf hinweisen, dass es nicht mehr menschlich ist. Auch Katys Reaktion, nachdem sie erfahren hat, was sie sind, war sehr ... nüchtern. Sie nimmt einfach alles hin und lebt schön weiter. Ich glaube, wenn ich erfahren würde, dass Übernatürliche Wesen auf unserer Erde herum laufen würden, würde ich erst einmal eine Panikattacke bekommen und dann die Winchesters anrufen, um alle umbringen zu lassen. Sorry.
Auch die restliche Handlung war eher öde. Bis das Wesen von Dee und Daemon aufgelöst wird, passiert eigentlich nicht viel mehr, als dass Daemon und Kat sich streiten und danach ... eigentlich das gleiche. Es sollte wohl ein paar Höhepunkte geben, die aber auch zu schnell wieder abgeklungen sind.

Ehrlich gesagt bin ich ein wenig enttäuscht. Der Klappentext lässt auf nicht viel schließen, aber weil ich die Dark Elements-Reihe so liebe, dachte ich mir, ich versuche es auch mal mit der Lux-Reihe. Leider ist das ganze nicht halb so spannend und aufregend, wie Dark Elements. Mit den Charakteren bin ich allesamt unsicher, was ich von ihnen halten soll. Ich habe keinen Hass ihnen gegenüber, aber ich weiß noch nicht, ob ich sie sympathisch finden soll. Die Handlung ist leider eher langweilig, es dauert sehr sehr lange, bis endlich etwas passiert und die Höhepunkte klingen auch leider zu schnell wieder ab. Es gibt auch keinen Cliffhanger, der neugierig auf den zweiten machen könnte, aber da ich diesen so oder so schon ausgeliehen habe, wird er vermutlich auch noch gelesen. Ihr wisst ja, dass ich Reihen niemals unbeendet lassen kann.

Inhalt: 1/2  Handlung: 1/2  Charaktere: 1/2  Schreibstil: 2/2  Umsetzung: 1/2



4 Kommentare:

  1. Hey Lara,

    Wieder einmal eine schöne Rezi von dir. :)
    Obwohl ich das Buch selbst grandios fand,
    kann ich deine Kritikpunkte gut nachvollziehen.
    Bei mir war es übrigens genau umgekehrt,
    nachdem ich von "Obsidian" total begeistert war,
    war ich von "Dark Elements" etwas enttäuscht. :D

    Liebe Grüße,
    Laura

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    1. Oh :/ Aber ich habe das häufiger, dass ich die erste Reihe (das erste Buch), das ich von einem Autoren lese, immer am liebsten habe :D

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  2. Hallöchen ^^,

    tolle Rezi! Ich persönlich kann deine Kritikpunkte komplett nachvollziehen und muss sagen, dass ich das Buch leider noch weniger mochte und ihm nur 2,25 Sterne gegeben habe und wahrscheinlich für mich die Reihe auch abbrechen werde, aber ich hoffe, dass es dir besser gefällt ^^

    Liebste Grüße
    Anna

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