Hallo! Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit diesem Thema und immer wieder, wenn ich lese, muss ich darüber nachdenken. Und zwar geht es um die Frage, ob man als Buchblogger den Büchern, die man liest, gegenüber vielleicht zu kritisch ist. 
Klar, du studierst das Buchblogger-Sein nicht und auch, wenn du keine Rezensionen verfasst hast du einen Blick dafür, ob dir das Buch nicht gefällt und warum. Du merkst auch so, dass dir der Schreibstil nicht liegt oder dass die Handlung einfach nicht voran kommt. Aber dann legst du das Buch vielleicht einfach zur Seite und liest etwas anderes. Du analysierst es nicht zu Tode und bist mit dem nächsten Buch vielleicht einfach zufriedener.
Besonders gemerkt habe ich das jetzt bei "Driven - Begehrt" von K. Bromberg. Mein exakter Gedanke während des Lesens war nämlich "Wenn ich jetzt keine Rezension darüber schreiben müsste, würde ich es vielleicht mehr mögen".
Nun gut, ich muss keine Rezension verfasse, aber wenn ich ein Buch lese schreibe ich einfach eine, das ist schon beinahe Routine. Auch Routine ist es mittlerweile, dass ich während des Lesens, wenn irgendwelche "guten Stellen" kommen, schon darüber nachdenke, wie ich in meiner Rezension darüber berichten werde. Mir ist auch aufgefallen, dass ich schon während des Lesens kritisch nach irgendwelchen Fehlern suche. Schließlich ist es spannender zu erzählen, was einem nicht gefallen hat, anstatt einfach zu schreiben "alles war perfekt".
Aber ich persönlich habe vor meiner Zeit mit dem Blog nicht so penibel darauf geachtet, wie ausgearbeitet die Figuren waren, wo noch offene Fragen bleiben, in welcher Hinsicht das Buch noch mehr hätte ausgearbeitet werden können und inwiefern die Handlung "neu" und "einzigartig" ist.
Zerstört das ganze vielleicht das einfache, entspannte Lesen?

Eine wirkliche Antwort darauf habe ich nicht, aber ich nehme mir hiermit vor, Bücher vielleicht einfach nur noch zu genießen und schließlich rückblickend zu sagen, was mir gefallen hat und was nicht. Außerdem will ich mich selbst auch nicht mehr so unter Druck setzen, viele Bücher zu lesen. Ihr habt es vielleicht mitbekommen, wie enttäuscht ich über meine sieben Bücher im November war. Und das war eigentlich eher unsinnig, ein gutes Buch war schließlich dabei, also warum rumheulen? Ich sage hier jetzt ganz offen: Wenn ich diesen Monat nur ein Buch schaffe, ist mir das einfach egal. Dann ist es eben nur eins, aber vielleicht eines, bei dem ich mich beim Lesen voll und ganz entspannen konnte und es nicht kaputt analysieren musste.

Was denkt ihr über das Thema, ist euch vielleicht auch schon eine solche Entwicklung bei euch aufgefallen?



12 Kommentare

  1. Hey liebe Lara,
    ich weiß genau was du meinst. Manchmal habe ich das Gefühl als Bloggerin die Bücher nicht mehr richtig genießen zu können, weil man schon im Kopf Stichpunkte zur Rezi macht.
    Ich finde das ziemlich behämmert, und hasse mein Gehirn dafür :D
    Ich habe mir auch vorgenommen, wieder etwas "freier" zu lesen :)
    Toller Post!

    LG ♥
    Anna

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    1. Mir wird das auch immer mehr bewusst und gerade weil ich das merke, will ich jetzt unbedingt was daran ändern :D Ich habe mir vorgenommen jetzt nicht mehr die Bücher für die Rezensionen zu lesen, sondern die Rezensionen für die Bücher zu schreiben :)
      Dir auch viel Erfolg dabei, freier zu lesen :)

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  2. Also ich denke, dass das definitiv zutrifft, dass man kritischer liest, wenn man als Blogger ein Buch liest. Allerdings ist dies nun einmal das, worauf man sich sozusagen selbst eingelassen hat. : D Man kann natürlich auch als Blogger sagen, dass man das Buch liest und im Anschluss einfach eine eher oberflächliche Rezension schreibt. Vielen Lesern genügt das ja auch manchmal. Das ist dann immer sehr unterschiedlich. Allerdings finde ich das ab und an das Schöne an dem bloggen. Man lernt die Literatur aus einer ganz anderen Sicht kennen und becshäftigt sich etwas gründlicher mit ihr. Dies kann zwar dazu führen, dass man das Gelesene nicht mehr so "genießt", aber ich als zusätzliche Germanistikstudentin habe ja auch das Ziel später in die Verlagsbranche einzusteigen. Und da denke ich, kann es nicht schaden, wenn man die Rezensionen etwas ausführlicher angeht. Aber wie gesagt, ich finde eben auch, dass das eine unfassbar subjektive Sichtweise ist und das es auch bei jedem unterschiedlich ist. Ich hatte schon Momente, in denen ich dachte, der Lesespaß ging durch die Rezension verloren, auf der anderen Seite habe ich erst durch die Rezension wirklich verstanden, wie tiefgründig ein Buch sein kann. : )

    Liebe Grüße,
    Karin

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    1. Natürlich hat man sich selbst drauf eingelassen :D
      Dein letzter Satz ist wirklich schön, damit hast du wirklich Recht :)

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  3. Hallo Lara :)

    Ich muss ehrlich sagen, dass es mir bei manchen Büchern ähnlich geht. Da mache ich mir während des Lesens schon haufenweise Notizen und denke darüber nach, was ich in meiner Rezension schreiben werde. Aber dann gibt es auch andere, da habe ich überhaupt keine Lust dazu und lasse mich treiben. Wenn man dann die Rezension gleich am nächsten Tag schreibt, hat man noch immer alles im Kopf und kann die Geschichte auch nochmal Revue passieren lassen, ohne sie vorher beim Lesen schon allzu genau analysiert zu haben ;)

    Liebe Grüße,
    Lisa von Prettytigers Bücherregal

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    1. Ich habe mir anfangs auch immer Notizen gemacht, damit habe ich mittlerweile schon aufgehört :D
      Ja, da hast du Recht :)

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  4. Das kommt mir wirklich bekannt vor! Mit dem Unter Druck Setzen habe ich schon lange aufgehört und stattdessen beschlossen, einfach nur zu genießen! :)

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    1. Wenn das so klappt, ist es ja gut :D Ist ja jetzt auch mein "Plan" :)

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  5. Hallo Lara,
    ich sehe das genau so wie du. Manchmal sitze ich in der Schule und anstatt dem Unterricht zu folgen, überlege ich mir, wie ich meine Rezension schreiben möchte. Oder aber ich vergleiche Bücher in meinem Kopf miteinander und so kommen manche Bücher vielleicht schlechter weg, als sie es eigentlich verdient hätten. Vor meiner Zeit als Bloggerin habe ich nie genau nach ,Fehlern' oder ,Makeln' in der Geschichte gesucht sondern sie einfach nur genossen. Ich denke, ich sollte auch versuchen, wieder etwas entspannter und ohne Druck zu lesen. :)
    Liebste Grüße
    Lena

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    1. Oh Gott, das in der Schule kommt mir bekannt vor :D
      Und auch bei dem Punkt mit den Vergleichen kann ich dir zustimmen. Das meinte ich auch mit "Driven". Ich habe mittlerweile schon so viele Bücher aus dem Genre rezensiert, da kann einfach nicht mehr was total komplett anderes bei herum kommen, aber vor zwei Jahren noch wäre mir das vermutlich nicht einmal so stark aufgefallen.

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  6. Genau dieses »Analysieren« musste ich bei mir erst letztens auch feststellen :D
    Doch mittlerweile warte ich auch immer etwas ab, bis ich die Rezension schreibe und betrachte das Ganze im Rückblick, weil man da nicht mehr so emotional im Buch hängt (falls du verstehst was ich meine).
    Aber irgendwie ist es ja auch klar, dass man kritischer wird, wenn man eben extra auf bestimmte Dinge wie Schreibstil, Handlung, Umsetzung, Ausarbeitung der Charaktere etc. achtet.
    In gewisser Weise beeinflusst es schon mein Lesen, doch ich würde jetzt nicht sagen, dass es diesen »Genuss« verdirbt. :)
    Liebste Grüße, Elli

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    1. Das ist eigentlich ziemlich schlau, erst einmal ein wenig abzuwarten. Ich schreibe meine Rezensionen ja gerne aus den Emotionen heraus, wenn ich das Buch gerade beendet habe, ich glaube da überdenke ich meine Taktik auch einmal :D

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