Mittwoch, Oktober 28, 2015

(Rezension) Heike Eva Schmidt "Moorseelen"

Heike Eva Schmidt  352 Seiten  Keine Reihe  Jugendthriller ❤ 07.03.2013  Ueberreuter Verlag  Preis Broschiert: 12,95€ Preis Ebook: 7,99€       Hier kaufen!

Feline haut von zu Hause ab, weil sie den Dauerzoff mit ihrem Vater nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter nicht mehr aushält. Als sie sich in den charismatischen Zeno verliebt, folgt sie ihm in die „Oase“ – eine Kommune junger Leute im Spreewald. Feline ist fasziniert von dem Zusammenhalt und der Fröhlichkeit dieser Gemeinschaft. Weil sie sich nichts sehnlicher wünscht, als genauso glücklich und frei wie die Bewohner der Oase zu sein, lässt sie sich auf die Kommune ein – und auf Zeno. Erst als Feline eine schreckliche Entdeckung macht, muss sie erkennen, wie gefährlich Widerstand gegen die Gemeinschaft ist und dass Liebe tödlich sein kann …



Inhalt: 2/2
 Als Feline im Park auf Zeno trifft zögert sie nicht lange, packt einige Sachen zusammen und zieht zu ihm in die "Oase", eine Kommune in einem Wald bei Berlin. Sie merkt allerdings, dass es bei ihnen vielleicht doch nicht so einfach ist, wie vorerst gedacht. Sie leben autonom, bauen also selbst ihr Gemüse an, schreinern ihre Möbel selbst, arbeiten den ganzen Tag an ihren eigenen Errungenschaften oder verkaufen selbstgemachtes im Park um Geld zu verdienen. Dafür wird also der ganze Tag genutzt, der um fünf Uhr früh anfängt und nicht vor Mitternacht aufhört, neben dem faden Frühstück gibt es bloß noch geschmackloses Abendessen und alle Mitglieder fasten von Zeit zu Zeit auch noch. Im ersten Moment ein großer Schock für Feline, aber nach ein paar Tagen Umgewöhnung hinterfragt sie kaum noch etwas. Zumindest bis ein Mitschüler vor den Türen der "Oase" auftaucht und Feline ein paar schreckliche Entdeckungen machen muss.

Handlung: 1/2
Das 16-Jährige Mädchen gibt sich als 18 aus um in einer autonomen Kommune leben zu können, in der es nicht immer mit rechten Dingen zugeht. Mit der Zeit wird ihr klar, dass diese Kommune gar nicht so ist, wie sie es sich einst vorgestellt hat und sie merkt, dass das Verlassen dieser Gruppe gar nicht so einfach ist. Allerdings war ich der Meinung, dass das Ende ziemlich abrupt und sehr schnell war. 

Charaktere: 1/2
Feline hat es nicht leicht, nach einem abgebrochenem Auslandsjahr in Amerika muss sie zu Hause feststellen, dass die neue Freundin ihres Vaters bei ihm eingezogen ist. Ihre Mutter hat sie nach einem Autounfall verloren und ihr Vater hat wohl nicht lange gewartet und ist nun mit seiner Angestellten zusammen. Sie verliebt sich in Zeno, den "Anführer", wenn man es so nennen darf und wird ganz blind vor Liebe und auch ziemlich naiv. Schließlich kennt sie Zeno und die anderen gar nicht wirklich und hat vor ihrem Einzug erst einen Abend mit ihnen verbracht. Ich konnte mich zwar teilweise mit ihr identifizieren, fand es aber seltsam, wie wenig sie über die ganze Situation nachdenkt und wie impulsiv sie handelt. Bis auf Feline war auch kein Charakter wirklich ausgearbeitet, meiner Meinung nach. Klar, jeder hatte seine kleine Geschichte, aber das war's auch irgendwie, man hätte mehr aus ihnen machen können, vor allem aus Nick.

Schreibstil: 2/2
Geschrieben ist aus der Ich-Perspektive von Feline. Für kleine Abschnitte allerdings, meistens bloß ein bis zwei Seiten, ist aus der Er-Perspektive von ihrem Vater oder von Nick, ihrem Mitschüler, der auch in der Kommune auftaucht, geschrieben. Weil diese Abschnitte nicht zu lang waren, fand ich es noch ziemlich interessant zu sehen, wie sich das Umfeld Sorgen um sie macht. So vergisst der Leser nicht, dass Feline eigentlich unerlaubt weggelaufen ist und behält es die ganze Zeit im Hinterkopf.

Umsetzung: 2/2
Auch gut fand ich, dass Nick einiges an der Kommune hinterfragt hat, das hat sich direkt auf mich übertragen und mir fielen immer mehr Fragen zu dem ganzen ein. Eigentlich ist das Genre Thriller ja nicht wirklich meins, zumindest lese ich kaum welche, weswegen ich nicht wirklich beurteilen kann, ob dieses Buch nun ein guter Thriller ist.

Die Handlung hat mich ziemlich mitgerissen und auch der Schreibstil war sehr gut. Ich konnte mich ziemlich gut mit Feline identifizieren, zwar gibt es in meine Familie nicht solche Probleme, aber jeder hat doch schon einmal darüber nachgedacht, wie es wohl wäre, woanders zu leben. Ich konnte ihre Probleme und Beweggründe immer verstehen und bin der Meinung, dass ihr Charakter ein ziemlich authentischer war. Dennoch fehlte irgendwie das ganz besondere Etwas.
Gesamt: 8/10 Punkte
Warum bewerte ich jetzt so und warum kann ich 10 Punkte vergeben obwohl in meiner Endbewertung nur 5 Blumen stehen? Hier kannst du es nachlesen!



5 Kommentare:

  1. Hey, schöner Post :) Macht wirklich Spaß auf deinem Blog ein bisschen herumzustöbern :p
    Bei mir läuft bis Samstag Abend noch eine Blogvorstellen. Würde mich freuen, wenn du vorbeischaust und mitmachst!
    Ganz liebe Grüße
    Milena

    http://fashionfirework.blogspot.de/

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  2. Dein Bewertungssystem finde ich so ziemlich gut! Das Buch klingt auch spannend...

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    1. Danke, ich bin auch ziemlich zufrieden :)
      Mir hat es voll gut gefallen, also ich habe jetzt richtig Lust auf mehr Thriller :D

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