Donnerstag, Juni 11, 2015

(Rezension) Karolin Kolbe "17 Briefe oder der Tag, an dem ich verschwinden wollte"





Autor: Karolin Kolbe
Seitenanzahl: 192 Seiten
Originaltitel: -
Reihe: -
Veröffentlichung: 12.02.2015
Preis Taschenbuch: 9,99€
Verlag: Planet Girl
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Jetzt hat sich Line entschieden – morgen ist der Tag, an dem sie verschwinden wird! Raus aus ihrem alten Leben, weg von den Problemen mit ihrem Vater! Noch einen letzten Brief verfasst sie und versteckt ihn am Flussufer. Dass dieser Brief gefunden wird, daran hätte Line niemals geglaubt. Doch der Finder schreibt ihr zurück, berührt von ihren Worten. Es entwickelt sich eine zarte Brieffreundschaft – und nie hätte Line gedacht, wer sich hinter diesen gefühlvollen Zeilen verbirgt ...

Es begann an dem Tag, an dem sie verschwinden wollte.
Line möchte nicht mehr ihr altes Leben, sie möchte ein anderes, ein besseres, obwohl sie sich in manchen Situationen, besonders wegen ihrer kleinen Schwester, nicht zu hundert Prozent sicher war.
Ihr Vater behandelt seine Familie ziemlich schlecht, sodass Lines kleine Schwester sogar Angst hat, mit ihm allein zu sein. Er macht Line dafür verantwortlich, dass er nicht studieren konnte und somit einen schlecht bezahlten Job annehmen musste, weil Lines Mutter mit ihr schwanger geworden ist. Zudem hat sie noch das Pech, als "hässlichste Pute des ganzen Jahrgangs" bezeichnet zu werden, weswegen sie ständig gemobbt wird.
Sie hat die Neurose, alles perfekt durch zu planen und als ihr jemand auf ihren "Abschiedsbrief" antwortet, gerät dieser Plan ins Schwanken.

Anton ist die Person, die Lines Briefe findet. Er ist mit dem beliebtesten Mädchen der Schule zusammen, gut im Sport und hat viele Freunde. Aber auch er hat Probleme mit seiner Familie, vor allem wegen der Probleme von seiner Schwester, und auch mit seiner Beziehung zu Nadine. Er wirkt nicht wirklich eigenständig und macht nur das, was seine Eltern, die die perfekte Familie nur vortäuschen, als richtig empfinden. 
Das Ende ist ziemlich plötzlich und sehr sehr offen. Es könnte noch sehr viel passieren, vielleicht ein zweiter Teil kommen, aber irgendwie passt es auch ganz gut, dass das Ende ist. Ich weiß nicht, ob das jetzt jemand außer mir versteht..

In den Briefen, die Line und Anton sich gegenseitig schreiben, drücken beide ihre wahren Gefühle aus. Schließlich verläuft das ganze so gut wie Anonym und sie müssen sich nicht verstellen. Eben dadurch merkt man schnell, dass vor allem Anton in Wirklichkeit ganz anders ist, als er sich immer vor seinen Freunden verhält.
Jedes neue Kapitel ist ein neuer Tag, die Tage werden bis zu einem bestimmten herunter gezählt.. Das Buch beginnt mit "noch 17 Tage" und arbeitet sich langsam rauf. Es beginnt mit den Briefen, entweder von Line oder von Anton. Geschrieben ist das Buch in der Perspektive von Line, aber auch von Anton, alles in der Er-/Sie- Perspektive, die mir eigentlich nicht wirklich liegt. Trotzdem war das Buch schnell gelesen, es war schließlich auch nicht sonderlich dick, trotzdem war der Schreibstil im Allgemeinen sehr gewöhnungsbedürftig.

Eine Frage: Hast du dir schon mal überlegt, dass du dir nicht vor anderen, sondern vor allem vor dir selbst die Blöße gibst?
- Seite 75
Die Geschichte ist wirklich super, es wird mit realen Problemen von vielen Jugendlichen gehandhabt. Essstörungen, Ängste und Zwänge, Beziehungsprobleme mit Eltern und und und. Der Schreibstil war nicht wirklich mein Fall, auch wenn ich mich schnell rein lesen konnte. Alles in allem war das Buch ziemlich rund und es hat mir gut gefallen.



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